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Dabei sein ist alles! Und vor allem mein Recht!

18.11.2020

Ein Bericht von M. Ehnert

 

Seit einiger Zeit haben wir mit den Kindern ein Essenbewertungssystem eingeführt. Was heißt das eigentlich?  Jeden Tag nach dem Mittagessen bewerten die Kids anhand eines Ampelsystems wie ihnen ihr essen geschmeckt hat. Doch: alles muss klein beginnen. Uns war klar, dass wir ein System finden müssen, dass die jüngeren und älteren Klassen gleichermaßen anspricht. Wir starteten mit einem zu malenden Punkt. Zeitgleich konnten die Kinder in eine Box weitere Essenswünsche einwerfen. Schnell merkten wir: malen ist prima und unsere Kinder sind super kreativ.

Da das zeichnerische Talent sich aber über die Bewertungstafel hinaus erstreckte, führte dies an der einen oder anderen Stelle doch zu Irritationen :))) Was tun? Klebepunkte kamen daher. Auch hier war die Resonanz der Bewertung rege, was zeigt und uns freut: unsere Kinder und Jugendlichen wollen mitbestimmen! Aber auch die Klebepunkte sind zum einen nicht nachhaltig und werden nun als Bewertung von Stühlen und Tischen benutzt. Was toll ist, aber doch noch weiterer Überlegungen bedarf! Aber hey, wir sind ja nicht umsonst die kreativen Vorbilder: wir nehmen einfach A und B Stempel und die Kinder erweitern ihr Ampelsystem zur direkten Bewertung ihres gewählten Menüs. Hier scheint der Weg der Lösung nahe … Wir berichten gern, was uns die Kids hier auf unserem gemeinsamen Weg noch lehren …

 

Warum machen wir das?

 

Kinder und Jugendliche wollen und können mitbestimmen!  Nicht nur die Trotzphase eines Kindes signalisiert durch das von Eltern geliebte Wort „Nein“, dass Kinder bei denen sie betreffenden Entscheidungen beteiligt werden wollen. Auch die Pubertät und die damit verbundene Abnabelung des Jugendlichen vom Elternhaus zeigen, dass Jugendliche sich sehr wohl ein eigenes Bild von der Welt machen und eigene Interessen verfolgen.

Wir setzen uns das Ziel, unsere Kinder und Jugendlichen in sämtlichen Alltagserlebnissen um ihre Meinung zu fragen. Nicht wir planen den Tag für sie, sie sollen lernen und vor allem das Recht haben, den Tag mit uns gemeinsam zu gestalten. Wir sind für sie da, wir hören gut zu. Wir begleiten sie und geben ihnen die Unterstützung, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Denn wir wissen aus eigener Erfahrung als Erwachsene: ich entwickle nur Lust mich für etwas zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen, wenn ich ernst genommen, gefragt und beteiligt werde. Auch wenn die Antwort nicht immer den eigenen Vorstellungen entspricht, so ist sie doch die eigentliche Ressource Gemeinschaft demokratisch zu leben.

Einrichtung/Schule

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