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Kinderrechte im Internet

10.06.2020

Ein Brief von Maria Pfennig (Geschäftsführung)

 

Liebe Eltern und Familien,

Krisenzeiten und sich dadurch verändernde Strukturen, auch im Tagesablauf, stellen Sie als Familie vor neue Herausforderungen. Ganz aktuell während dem Corona-Lockdown verbringen unsere Kinder mehr Zeit im digitalen Raum. Kinder und Jugendliche brauchen den Bildschirm nun auch vermehrt als Lernwerkzeug. Sie arbeiten über digitale Plattformen für die Schule, recherchieren online und schauen Lernvideos. All diese Tätigkeiten gehören zum Bereich der digitalen Mediennutzung und bekommen nun eine ganz besondere Bedeutung.

Im Vergleich dazu sollte jedoch der digitale Medienkonsum unserer Kinder in der Freizeit nicht steigen. Die Medienzeiten sollten eingehalten, dabei aber das Medium berücksichtigt werden, d.h. die TV-Episode bis zum Ende, die Spiele-App bis zum nächsten Level etc.

Den ganzen Brief mit allen Tipps und Anregungen gibt es hier zum Download!


Die Schau-Hin.info empfiehlt:

  •  bis 5 Jahre < eine halbe Stunde Bildschirmzeit am Tag
  •  6 – 9 Jahre < 1 Stunde Bildschirmzeit am Tag
  •  ab 10 Jahre > eine Stunde pro Lebensjahr in der Woche
    (Damit können die Kinder die digitale Medienzeit über die Woche verteilt selbständig einteilen lernen)(aus: „Gutes Aufwachsen mit Medien. Kinderrechte im Netz“, Hrsg.: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; 2019)

Wichtig ist, dass die aufgestellten Regeln eingehalten werden. Dabei helfen Klassiker wie die Eieruhr neben dem Bildschirm oder auch verbindlich festgehaltene Vereinbarungen etwa in einem Mediennutzungsvertrag: www.mediennutzungsvertrag.de

Um zwischen der digitalen Mediennutzung und dem digitalen Medienkonsum zu unterscheiden, müssen wir Erwachsene genau hinschauen und unsere Kinder begleiten, dies unter Beachtung und Wahrung der Kinderrechte:

 

Recht auf Privatsphäre
Ich möchte entscheiden, welche Fotos/Videos von mir gemacht und veröffentlicht werden.

Meine internetfähigen Geräte gehören mir. Bitte sprecht mit mir ab, wenn ihr Interesse habt, was ich im Internet mache und schaut es euch mit mir gemeinsam an.


 

Recht auf Spiel und Freizeit
Ich möchte in meiner Freizeit auch mal im Internet spielen und mit Freunden chatten.
Helft mir dabei, dass ich verantwortungsbewusst mit meiner Zeit und den Spielinhalten und Chatnachrichten umgehe und sucht mit mir nach passenden altersgerechten Unterhaltungsangeboten im Netz.


 

Recht auf Bildung und Medienkompetenz
Ich kann auch mit meinem Smartphone oder auf dem Tablet lernen und online kreativ sein.
Ich wünsche mir, dass ihr mich beim Lernen auch auf diese Weise unterstützt.


Recht auf Informations- und Meinungsfreiheit
Ich möchte mich altersangemessen informieren und meine eigene Meinung bilden.
Dazu brauche ich die Medien, auch das Internet. Je mehr glaubwürdige Informationen ich auf Kinderseiten und Kindersuchmaschinen bekomme, umso besser kann ich Fake News „enttarnen“.
Dabei möchte ich von euch begleitet werden. Sprecht mit mir über aktuelle gesellschaftliche Ereignisse.


Recht auf Beteiligung
Ich möchte in die Entscheidung miteinbezogen werden, in welcher Form ich Medien nutze.


Recht auf Schutz und Sicherheit
Ich bin mir oft unsicher, was ich im Netz über mich preisgeben darf. Macht mich fit, dass ich mich sicher im Netz bewegen kann und sowohl meine persönlichen Daten schütze, als auch mit Informationen von anderen fair umgehe.

Ich möchte auch, dass jemand für mich da ist, wenn ich mich anvertrauen will, weil ich etwas Unangenehmes gesehen oder erlebt habe. Bereitet meine internetfähigen Geräte so vor, dass ich im Netz geschützt werden kann.


Sie sind sich eventuell noch unsicher, wie Sie das sichere Surfen ihres Kindes im Internet gewährleisten können? Folgende 5 Schritte unterstützen Sie dabei:

  1. Eigenes Benutzerkonto für das Kind einrichten
  2. Kinderserver installieren www.kinderserver-info.de
    (kostenloses Download und gefördert vom Bundesministerium
  3. Startseite auswählen www.meine-startseite.de (individuell gestaltbar)
  4. Kindersuchmaschine einrichten www.blinde-kuh.de oder fragfinn.de
  5. Kindgerechte Lesezeichen einstellen www.surfen-ohne-risiko.net

(aus „Ein Netz für Kinder“ Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin 2014)


Schauen sie sich doch mal gemeinsam Lieblingssendungen an, spielen Sie zusammen Online-Spiele oder lassen sich von ihren Kindern die modernen Kommunikationsplattformen erklären 😉.

So können Sie sich selbst ein Bild von den digitalen Medienangeboten machen und lernen Wünsche und Vorlieben ihres Kindes noch besser kennen.

Gehen Sie dazu mit Ihren Kindern ins Gespräch und äußern Sie Ihre Gefühle und Gedanken zu Chancen und Risiken im Internet.

Reflektieren Sie Ihr eigenes digitales Mediennutzungsverhalten und Ihre Vorbildwirkung. Und bleiben Sie mit Ihren Kindern im Austausch darüber, was sie im digitalen Raum tun und welche Inhalte sie konsumieren.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Kindern eine erlebnisreiche und lernende Zeit mit den digitalen Medien!

 

Herzliche Grüße

Maria Pfennig

 

 

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