Aktuelles aus unseren Schulen

Gleiche Arbeit ist gleich viel wert!

19.11.2020

Die Ungleichbehandlung der Freien Träger gegenüber den Einrichtungen des Öffentlichen Dienstes wird in der augenblicklichen Lage zunehmend unerträglich. Der Verband der Kleinen und Mittelgroßen Kitaträger Berlin VKMK e.V. ruft daher zur Unterzeichnung einer Petition auf.

→ HIER geht es zur Petition

Gleiche Arbeit ist gleich viel wert!

 1. Hauptstadtzulage nur für Landesbedienstete?
Ohnehin erhalten die Freien Träger für ihre Kita-Mitarbeiter*innen nur 93% der Kosten eines KITA-Platzes und müssen die Gehälter entsprechend anpassen. Seit November erhalten alle landesbediensteten Erzieher*innen eine Hauptstadtzulage von 150,- Euro pro Monat ein – nicht jedoch die Mitarbeiter*innen der Freien Träger, die allein im Kita-Bereich über 80% der Betreuungsplätze anbieten. Die Hauptstadtzulage erhöht nun noch einmal erheblich die ungerechtfertigte Diskrepanz in der Anerkennung ihrer Leistungen zu den der Beschäftigten in den senatseigenen Betrieben.

2. Auch die „Corona-Prämie“ soll nur für die Mitarbeiter*innen im Öffentlichen Dienst gelten.
Im Frühjahr lobte der Regierende Bürgermeister von Berlin öffentlich eine „Einmalige Dankes-Prämie von bis zu 1.000 € für besonderen Einsatz während der Corona-Krise“ aus. Schön für die Mitarbeiter*innen der landeseigenen Einrichtungen – für die Mitarbeiter*innen der Freien Träger bleibt von der vollmundig angekündigten Prämie nur ein Rinnsal übrig: Mit der Begründung, dass angeblich nur 20% des Betriebes aufrechterhalten wurden, sollen nur 20% der Mitarbeitenden einen Bonus von jeweils 500,- Euro erhalten. Den Restebetrag zu den versprochenen 1.000 € mögen die Träger ergänzend allein einbringen.
Und dies, obwohl besonders die Freien Träger während der Corona-Krisenmonate Familien mit dem Notbetrieb und pädagogischen Angeboten auf Distanz unterstützt haben. Mitarbeiter*innen mussten mit unterschiedlichen Stundensätzen auf die täglich wechselnde Situation reagieren oder waren mit besonderen Aufgaben von zu Hause aus im Einsatz.

Nun sind die Freien Träger vor die unlösbare Aufgabe gestellt, die spärliche „Helden-Prämie“ gerecht unter den Mitarbeitenden zu verteilen: Für die Mitarbeiter*innen von SOCIUS ergibt sich eine durchschnittliche Prämie von 63,- Euro brutto – eine herbe Ernüchterung für alle.

3. Am härtesten trifft die Kita-Träger die Nachträgliche Kürzung der Grundfinanzierung
Die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie hat öffentlich versichert: „Die Entgeltfinanzierung der Kita-Träger und Träger der Hortbetreuung ist trotz der Corona-Krise gesichert. Darauf haben die Finanzverwaltung und wir uns verständigt. Sie bekommen die Entgelte in der bisher vereinbarten Höhe … Auch wenn sie jetzt weniger Kinder betreuen. Dafür steht das Land mit einem Schutzschirm ein.“
Trotzdem hat die Senatsverwaltung die Grundfinanzierung rückwirkend gekürzt und damit den Kitaträgern notwendige Geldmittel für den laufenden Betrieb entzogen. Die Begründung von geringerem Verbrauch ist völlig haltlos, da Mieten, Versicherungen, Verträge selbsteverständlich weiterliefen und auch für ein einzelnes Kind das Licht angeknipst und somit Strom verbraucht wurde. Hinzukommend sind alle Hygieneartikel teurer geworden und coronabedingt zusätzliche Kosten entstanden.

All dies geschieht, während die zweite Welle der Corona-Krise Schulen und Kindertageseinrichtungen mit voller Wucht trifft und immer mehr Einrichtungen den Dienst einschränken oder temporär schließen müssen. Dazu kommt, dass die Entscheidung über Quarantäneregelungen und Schulschließungen den bezirklichen (Wohnort-)Gesundheitsämtern obliegt und somit Einrichtungen und Mitarbeiter*innen in der Planung und Bereitstellung ihrer Betreuungsangebote täglich zahlreichen Unvorhersehbarkeiten ausgesetzt sind. Da verwundert es kaum, wenn Eltern in der gegenwärtigen Situation ihre Ganztagsbeiträge einsparen und die Betreuungsverträge beenden wollen.

In dieser Situation brauchen wir einen partnerschaftlichen Dialog mit der Senatsverwaltung und kein Gegeneinander-Ausspielen von Landeseigenen und Freien Trägern.

SOCIUS unterstützt die Forderung des VKMK e.V.: Fairness Für Alle – anstatt sozialer Ungerechtigkeit für Kinder, Fachkräfte und Freie Träger!

Gleiche Arbeit ist gleich viel wert: Bitte unterschreibt die Petition und setzt Euch für die Gleichbehandlung der Freien Träger ein!

→ HIER geht es zur Petition

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