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Theaterpremiere „Wer bist du?“

06.06.2018

Ein Bericht von Charlotte Thiesies

 

 

 

Es ist mucksmäuschenstill geworden. Ein aufgeregtes innerliches Knistern liegt in der Luft, als Jasmina langsam die Bühne betritt. Das Klavier setzt ein und die Neuntklässlerin beginnt zu singen. Elvis Presleys „Can’t help falling in Love“. Die ersten Töne erfüllen den Saal und es ist spürbar: Da singt sich ein junges Mädchen gerade mit ganz viel Gefühl in die Herzen des Publikums.

 

„Wenn du 15 bist und dir das Herz fast überläuft“

 

So beginnt das diesjährige Stück der Theater- und Band-AG.

Kim, ebenfalls Neuntklässlerin der Tesla-Schule und bereits das zweite Jahr auf der Bühne, sitzt im Scheinwerferlicht der Jugendtheateretage. Es ist der 31. Mai 2018. Der Saal ist rappelvoll. Mehr als 60 Menschen sind zur großen Premiere erschienen und lauschen den Worten und Liedern der jungen Darstellerinnen und Band – Eltern, Großeltern, Geschwister, FreundInnen, Lehrer, darunter auch Schulleiterin Maja Wessolowski. Die Premiere ist der krönende Abschluss des Schuljahres für beide Arbeitsgemeinschaften. Ermöglicht wird die Veranstaltung dank der Kooperation zwischen dem gemeinnützigen Verein Kunsthaus e.V. und dem sozialpädagogischen Träger SOCIUS. Seit mehr als 4 Jahren finden die Aufführungen in der Jugendtheateretage statt.

Das Tagebuch der Hauptprotagonistin klappt zu. Sie erzählt dem Publikum von den Gedanken einer Teenagerin und den schwierigen Beziehungen, Oberflächlichkeiten und Konflikten in ihrer Mädchen-Clique. Das soll sich ändern. Sie lädt die Freundinnen zu einer Party ein, damit sich alle mal richtig aussprechen.

Das diesjährige Theater-Stück, das Theater-AG-Leiterin Yvonne Johna mit den Jugendlichen erarbeitet und geschrieben hat, spiegelt die Seele einer Generation wieder, die uns Erwachsene daran erinnert, wie tiefgreifend Probleme auch in jungen Jahren schon sein können und was diese Probleme in einem selbst auslösen. Es kommt zum schauspielerischen Eklat, die Darstellerinnen wollen aufeinander los, sich prügeln. Da betritt die Gegenwart die Bühne und führt ein ernstes Gespräch mit der Angst. Die Mädchen erwachen aus ihrem Traum und zeigen sich in inneren Monologen dem Publikum.

 

Wer bist du wirklich?

 

Die Protagonistinnen werden mutig und erzählen. Sie reden von den Problemen der Eltern, von Trennungen, von Gewalt, Mobbing, falschen FreundInnen, dem Wunsch endlich ernst genommen und gehört zu werden und von ehrlichen Gefühlen. Fast scheint es, als würden die Darstellerinnen aus ihrem eigenen Leben berichten, so ehrlich und eindrucksvoll sind die Monologe. Doch es sind Rollen die sie spielen. Die Charaktere sind frei erfunden.

Die Szenen des Theater-Stücks werden musikalisch begleitet durch die Band-AG. Schon im Vorfeld haben Tim Zieger und Charlotte Thiesies, die die AG-Leitung der Band innehaben, mit Yvonne Johna den Prozess abgestimmt, Lieder gewählt, die zu den Kids und zu dem Stück passen. Das letzte Wort haben immer die InterpretInnen selbst. Die Art und Weise, Musik mit Theater zu verbinden, sorgte in den letzten Jahren stets für positives Feedback. Auch Sylvia Hegewald, Gesamtkoordinatorin der Jugendtheateretage, ist von dem Prinzip überzeugt. Die letzten zwei Tage vor der Aufführung fanden die beiden Arbeitsgemeinschaften zueinander und übten das Stück gemeinsam ein. Die technische Betreuung übernahm Siggi Wojatzky.

 

Das Ende des Stückes berührt besonders.

 

Die Mädchen beginnen einander zuzuhören, erkennen die Probleme der anderen und vertragen sich. Die Aussage ist deutlich – erst die echten Gefühle schaffen eine Basis, um einander zu vergeben. Dann stehen sie alle gemeinsam auf der Bühne. Band- und Theater-AG singen und klatschen mit dem Publikum zum finalen Song. Die Menge ist hellauf begeistert und wünscht sich eine Zugabe. Mag das Scheinwerferlicht auch im Anschluss ausgehen, die Jugendlichen strahlen weiter über beide Ohren, als sie aus ihren Rollen schlüpfen, sich verbeugen, von der Bühne treten und ihre Publikumsgäste begrüßen.

Das Stück hat bleibenden Eindruck hinterlassen und einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, Kunstprojekte dieser Art (und damit auch die Jugendlichen in ihren Talenten) zu fördern, Erfolgsmomente zu schaffen. Die Premiere war ein voller Erfolg, bei der nicht nur den 15-Jährigen das Herz übergelaufen ist. An diesem Abend sind unsere Herzen wohl alle ein kleines Stück gewachsen.

 

 

 

 

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