Rebel Girls und mutige Jungs

19.10.2018

Von Gérard Leitz

Wusstest Du, dass es schon zu Zeiten der alten Ägypter, also vor rund 2300 Jahren, Bibliotheken gab? In Alexandria, auf Arabisch الإسكندرية, gab es sogar die weltgrößte Bücherei, die natürlich nicht mit Büchern aus Papier gefüllt war. Gesammelt wurden dort Schriftrollen aus Papyrus, das aus Pflanzen gewonnen wurde, sich aber eher wie Stoff anfühlte, auf das dann die Schriften mit einem Pinsel aus Binsen und mit roter und schwarzer Farbe aus einer Mischung von Ruß, Brauneisenstein mit Tonmineralien, Quarz und Kalk aufgebracht wurden. Traurigerweise ist die Bibliothek abgebrannt, nachdem Römer die Stadt vom Hafen aus stürmten. Dabei gingen unter anderem sämtliche Schriften und Werke der Astronomin und Wissenschaftlerin Hypatia verloren, die zur damaligen Zeit sehr angesehen und berühmt war.

Heute ist das Drucken von Büchern natürlich einfacher, seitdem Johannes Gutenberg eine Medienrevolution verursachte, indem er im 15. Jahrhundert das Abschreiben von Hand durch die Erfindung des Buchdrucks ablöste.

Eine weitere mediale Revolution wurde durch Ada Lovelace ausgelöst, die von sich selbst sagte: „Mein Gehirn ist mehr als sterblich. Das wird die Zukunft zeigen.“ Sie liebte Maschinen und die Vorstellung, fliegen zu können. Gelungen ist ihr die Erfindung des Flugzeugs zwar nicht, aber sie schrieb ein Buch über alle Erkenntnisse, die sie beim Versuch gemacht hatte. Aber durch das Schreiben des ersten Computerprogramms um 1840 herum für einen bis dahin unfertigen mechanischen Computer hat sie sich als Mathematikerin einen Namen gemacht.

Glücklicherweise gibt es Menschen, die aus ihrem Leid eine Tugend machen, wie man so schön sagt. Louis Braille stach sich als Kind mit dem Werkzeug seines Vaters aus Versehen die Augen aus. Er kam auf eine Blindenschule und kümmerte sich als Erwachsener um blinde Kinder. Er wollte, dass alle Menschen gleich behandelt werden und dass niemand über Menschen mit Beeinträchtigungen lacht. Nachdem er die für Soldaten entwickelte „Nachtschrift“ entdeckt hatte, entwickelte er mit demselben Werkzeug, das ihn das Augenlicht gekostet hatte, im 19. Jahrhundert die Brailleschrift.

All diese Geschichten stehen in den beiden neuen Büchern der SOCIUS-Fachbibliothek:

Geschichten über starke Mädchen gibt es viele in den Regalen der Buchhandlungen. „Good night stories for rebel girls – 100 außergewöhnliche Frauen“ gehört definitiv in jede Bibliothek. Kurz und prägnant geschrieben und wunderschön bebildert sind beispielsweise die Geschichten über die berühmte Primatenforscherin Jane Goodall, die Erzählung, wie aus der Sklavin Nanny Of The Maroons eine Königin wird, aber auch über die afghanische Rapperin Sonita Alizadeh und wie sie vor ihrer Zwangshochzeit gerettet wurde.

 

 

 

 

 

Aber auch Jungs brauchen gute Vorbilder. Diese finden sich im gerade erschienen und von mir seit Monaten heiß ersehnten Buch „Stories for boys who dare to be different – Vom Mut, anders zu sein“. Auch hier werden die 100 Persönlichkeiten kurz und knackig vorgestellt, dazu gibt es comicartige Zeichnungen. Wusstest Du, dass Lionel Messi eine hormonbedingte Wachstumsstörung hat, trotzdem ein weltberühmter Fußballer geworden ist und sich für die Rechte von Kindern einsetzt? Steven Spielberg, der Regisseur von Filmen wie Der Weiße Hai, E.T., Jurassic Parc und Schindlers Liste, liebte schon als Kind das Filmen. Für seinen ersten eigenen Film ließ er seine Modelleisenbahn verunglücken und filmte den Unfall. Man findet aber auch Geschichten über weniger berühmte Männer wie z.B. Jaylen Arnold, der aufgrund seines Tourette-Syndroms oft gehänselt wurde, später aber den Prinzessin-Diana-Preis für seinen Einsatz gegen Mobbing gewann. Daniel Radcliffe wollte schon mit 11 Jahren die Schauspielerei aufgeben und wurde dann eine der berühmtesten Figuren der Filmgeschichte, nämlich Harry Potter. Wer sind Achmat Hassiem oder Ghyslain Raza? Was haben der Bürgerrechtler Harvey Milk und der Modeschöpfer Ralph Lauren gemeinsam?

All diese Geschichten gibt es ab sofort in der Fachbibliothek, wenn ich die Bücher nicht gerade selbst in der Tasche habe.

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