Personalentwicklung bei SOCIUS  – ein Interview

02.01.2016

int_sybille_kittmann01Nach meiner Elternzeit wollte ich nicht wieder in meinen Job im Verlagswesen zurück, sondern war auf der Suche nach einer Aufgabe im sozialen Bereich. Bei Einhorn begann ich nach einem Praktikum mit einer Assistenz bei der Projektkoordination und im Personalwesen im Fachbereich „Gemeinsam Schule machen“ und wechselte dann zum gerade entstehenden Projekt „Ganztagsbetreuung an Schulen“.

In einem winzigen Büro in der Außenstelle von Einhorn haben sich Maria Pfennig und ich am Anfang buchstäblich einen Schreibtisch und einen Rechner geteilt.

Da sie in der Vorbereitungsphase haupt­sächlich auf Außenterminen unterwegs war und ich nur eine Teilzeitstelle hatte, hat das problemlos funktioniert. Von dieser bescheidenen Basis aus wurden alle Vorkehrungen getroffen, damit Die Bildungspartner im März 2011 die Arbeit an ihrer ersten Schule, der Wilhelm-von-Humboldt-Schule, in Mischkooperation mit staatlichen ErzieherInnen aufnehmen konnten. Mit der neuen Firma SOCIUS gingen 17 MitarbeiterInnen im März 2011 an den Start.

Von eben diesem einen Schreibtisch aus wurde am Anfang alles aus einer Hand gemacht: die Assistenz der Geschäftsführung, das Personalwesen, die Verträge, die Abrechnungen, die vorbereitende Buchführung, das Überweisen der Gehälter bis hin zu den Bewerbungs- und Personalgesprächen. Ab April 2011 bekam SOCIUS Unterstützung von Marina Sareyko in der Vertragsverwaltung – zunächst mit zwölf Wochenstunden. Daraus wurden dann schnell mehr.

Die 34. Grundschule startete im August 2010 bei Einhorn und wurde ab August 2011 als erste Schule in alleiniger Ganztags-Obhut von SOCIUS von der Torellstraße aus betreut. Die Mitarbeiter­Innen der ersten Stunde – Gérard Leitz, der erste Leiter im Ganztag, Urte Unrasch als Koordinatorin der Oberschulen, Marina Sareyko in der Vertragsverwaltung – sind alle auch heute noch mit im Boot.

Die Entwicklung nahm dann rasch Fahrt auf und bald ließ sich die Verwaltung nicht mehr in Teilzeit bewältigen. Mit dem steigenden Verwaltungsaufwand wurden natürlich auch eine Arbeitsteilung und eine Spezialisierung notwendig. Für meinen Arbeitsbereich der Personalentwicklung habe ich mich neben einer vollen Stelle durch Zusatzausbildungen im Sozialmanagement und als Personalreferentin weiter qualifiziert. Und auch wenn seit den Anfängen kontinuierlich neue Menschen dazu gekommen sind, durch die Informationsgespräche und die Anfangsbegleitung sind mir alle 190 MitarbeiterInnen auch heute noch persönlich bekannt und bei fast jedem Telefonat habe ich ein Gesicht vor Augen.

Trotz der großen MitarbeiterInnenzahl haben wir immer noch den Anspruch, als Verwaltung auch für die MitarbeiterInnen als Dienstleister da zu sein, ihnen durch vertrauensvolle Ansprache, kurze Wege und unproblematische Abläufe behilflich zu sein, damit sie sich voll auf ihre Aufgaben am Kind konzentrieren können. Die Strukturen und Prozesse dafür haben wir uns selbst geschaffen und sind permanent dabei, sie zu optimieren. Das Verfahren, dass MitarbeiterInnen ihre Stundenzettel online ausfüllen können, ist zum Beispiel eine erhebliche Arbeitserleichterung für alle.

Auch sonst wollen Die Bildungspartner ein guter Arbeitgeber sein. Wir versuchen, wenn möglich, auf die Bedürfnisse der MitarbeiterInnen zu reagieren, praktische Hilfestellung zu leisten und insgesamt die Gewissheit zu vermitteln, dass Wünsche und Ideen aus der Praxis in der Verwaltung Gehör finden. Zum einen leisten das natürlich die FachberaterInnen an den Schulen, die bei konkreten pädagogischen Fragestellungen oder Konstellationen in den Teams unterstützen. Zum anderen gibt es auch Maßnahmen, die einfach nur das Wohlbefinden der MitarbeiterInnen fördern sollen, wie die regelmäßigen Massagen oder das Budget für Obstkörbe. Nicht nur die MitarbeiterInnen, sondern auch deren Kinder bekommen von SOCIUS eine Geburtstagskarte. Besondere Leistung soll auch belohnt werden, zum Beispiel mit einer regelmäßigen Gesundheitsprämie für diejenigen, die nicht mehr als einen Tag im Monat krank sind. Und natürlich wird die Empfehlung neuer MitarbeiterInnen mit einem Gutschein belohnt.

int_sybille_kittmann02Insgesamt ist uns das Gefühl wichtig, dass wir bei SOCIUS alle in einem Boot sitzen. Und das feiern wir auch gerne, beim Sommerfest oder bei der Weihnachtsfeier, bei der alle ein Geschenk erhalten und die Leistungen Einzelner noch mal besonders gewürdigt werden.

Nach fünf Jahren ist es für mich eine gute Perspektive, dass SOCIUS erst einmal nicht wesentlich weiter wachsen soll – es werden noch ca. 20 bis 25 MitarbeiterInnen hinzukommen. Die Jahre des rasanten Wachstums, in denen unsere Prozesssteuerung immer gleichzeitig mit der Zahl der MitarbeiterInnen wachsen musste, waren natürlich auch aufreibend.

Jetzt freue ich mich darauf, Abläufe zu optimieren, mehr Zeit an den Schulen und im Gespräch mit den MitarbeiterInnen zu verbringen. Dazu zählen natürlich auch die Personalentwicklung und die individuelle Entfaltung von MitarbeiterInnen durch Fortbildungen. Wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir die Qualitätsentwicklung und -stabilisierung in den Fokus nehmen können. Davon profitieren dann natürlich auch die übrigen Bildungspartner. Stillstand jedenfalls ist nicht zu erwarten.

 


int_sybille_kittmannSybille Kittmann, Personalentwicklung
arbeitete nach einer kaufmännischen Ausbildung zehn Jahre in den Bereichen Abo-Marketing, Medienkooperationen und Assistenz der Geschäftsführung für das Stadtmagazin „Zitty“. Nach der Elternzeit wechselte sie in den sozialen Bereich und ist bei SOCIUS glücklich angekommen. Hier kümmert sie sich von Beginn an um die Personalentwicklung und -verwaltung.

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