Aktivitäten und Events, Aktuelles aus unseren Schulen

Natur zum Anfassen und Erleben

01.10.2021

ein Bericht von M. Motz

2019 haben wir unsere Idee in die Tat umgesetzt und unseren brachliegenden Schulgarten wiederbelebt bzw. erweitert.

Hinter unserem Projekt steht die Idee, die Natur für die Schüler*innen und Erwachsenen an unserer Schule erlebbar zu machen und in den Schulunterricht zu integrieren.

Gemeinsam mit dem Verein Acker (ehemals Ackerdemia) ist es uns gelungen, auf unserem Schulgelände Gemüse und Obst anzubauen und so einen Erfahrungsraum für Schüler*innen außerhalb des Lerngruppenbereichs zu erschaffen.

 

Das Lernen an anderen Orten ist ohnehin fest in unserem Schulprogramm verankert und stellt eine besondere Möglichkeit dar, vielfältige Erfahrungen außerhalb des Schulgebäudes zu machen und diese mit schulischem Wissen zu verknüpfen.

Unser Garten besteht aus mehreren klassischen Beeten sowie drei Hochbeeten in zwei kleineren Höfen, die je nach Fruchtfolge bepflanzt und eingesät werden.

 

Das Saatgut aus biologischer Herkunft besteht bevorzugt aus alten Sorten, die zum Teil in Vergessenheit geraten sind, wie z.B. Palmkohl, Schwarzwurzeln, bunter Mais, Stoppelrübe und Pastinake. Wir legen Wert auf eine optische Vielfalt von Farben und Formen, die besonders auf die Kinder sehr ansprechend wirkt, die Neugier weckt und immer wieder zu Gesprächen anregt.

Gedüngt wird ausschließlich biologisch, d.h., wir mulchen unsere Beete mit Grasschnitt, Blättern und Gemüseabfällen, hacken regelmäßig und gießen nur bei Bedarf, damit die Pflanzen möglichst tiefe Wurzeln bilden, um sich selbst gut zu versorgen.

 

 

Viele Schüler*innen der Lerngruppen 1 − 6 haben durch verschiedene Angebote im Garten und aktive Teilnahme an den Pflanzungen und der Nachsaat viel Freude und Enthusiasmus an unserem Projekt entwickelt.

In diesem Jahr kümmern sich vornehmlich drei Lerngruppen der Jahrgänge 1 − 3 um unsere Beete, und es findet ein Gartenangebot parallel dazu statt.

Auch während der Schulferien gibt es regelmäßig Angebote rund um den Garten. Wir ernten Gemüse und Obst und bereiten gemeinsam mit den Kindern leckere Salate, Aufstriche … zu oder naschen direkt vom Strauch. Das lieben die Kinder besonders!

Wichtig ist, neben Spaß und körperlicher Aktivität die Natur als wichtige Lebensgrundlage zu begreifen, das ganze Jahr über bewusst mit ihr zu leben und umzugehen und den Kreislauf des Wachstums zu verstehen, um somit die Achtung vor Natur und Lebewesen immer wieder erfahrbar werden zu lassen.

Der Garten als Lern- und Erfahrungsort bietet viele Möglichkeiten, inklusiv zu lernen, sich eine Auszeit zu nehmen, sein Wissen zu erweitern und die Schönheit und Vielfalt der Natur zu entdecken und zu bestaunen.

Unser Projekt entwickelt sich stetig weiter. So haben wir beispielsweise begonnen, eigenes Saatgut zu gewinnen und auch damit, die Ernte und das Gartenwissen für unsere beliebten Kochangebote zu nutzen.

Kürzlich fand eine Präsentation unserer Arbeit mit einem Gemüseangebot aus dem Garten statt. Gemeinsam mit den Kindern gestaltete ich dafür ein Plakat und baute einen kleinen Marktstand für unsere Familien auf.

 

 

Voller Euphorie wurde dafür gebastelt und gemalt: „Darf ich die gebastelte Libelle mitnehmen, als Erinnerung an diesen schönen Tag?“ (O-Ton einer Schülerin aus der 3. Jahrgangsstufe) und ebenso begeistert geerntet, genascht und der Stand aufgebaut.

 

 

Am Marktstand kamen wir mit den Interessierten ins Gespräch über unsere Projektidee und die bisherige Arbeit mit den Schüler*innen. Einige Eltern erzählten von der Freude ihrer Kinder am Gärtnern und die tolle Möglichkeit, diesem Bedürfnis in der Schule nachgehen zu können.

Unser besonderes Gemüse wurde bestaunt und probiert oder auch fürs Wochenende mit nach Hause genommen.

Ich war begeistert vom Interesse der Kinder und Erwachsenen und freue mich auf die kommende Zeit im Garten.

 

 

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