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Kinder haben Rechte? Na klar!!!

08.11.2019

Ein Bericht von Anett Lein

 

Der Satz ist schnell gesprochen, aber was bedeutet er konkret? Erstmal müssen Kinder überhaupt wissen, dass sie Rechte haben. Ein tolle Möglichkeit, um einen kreativen Einstieg auch schon Erstis zu ermöglichen, ist das Buch: „Ich bin ein Kind und ich habe Rechte.“

In zahlreichen bunten Bildern werden einige der Kinderrechte gezeigt – die gezeichneten Kunstwerke laden zum Nachdenken und gemeinsamen Philosophieren ein.

 


 

Die Aufklärung über die Kinderrechte ist eine unserer wichtigsten Aufgaben als PädagogInnen, aber Kinder sollen ja nicht nur Kenntnis davon haben, sondern sie verinnerlichen und leben.

Anhand des Buches haben die Kinder meiner Klasse im letzten Jahr selbst einige Kinderrechte künstlerisch auf Papier gebannt und nicht nur das! An Entscheidungsprozessen wollen und werden sie immer mehr beteiligt. Zum Beispiel, welche Angebote sie sich für den Nachmittag wünschen, wohin es auf Klassenfahrt geht oder, wenn der Wunsch besteht, zum Schwimmunterricht zu laufen u.v.m..

Die Sozialen Stunden im dritten Schuljahr sind nach den Vorstellungen der Kinder gestaltet, in Kombination mit Themen aus dem Sachunterricht. So werden die Klassenregeln schon seit der ersten Klasse von den Kindern selbst erarbeitet und verabschiedet. In diesem Jahr ist auf dem Plakat zu lesen:

Wir wollen uns in einem Klassenrat besprechen und demokratisch entscheiden.

Ich war sehr beeindruckt und stolz auf meine Klasse und bin es noch, denn das waren nicht nur Worthülsen, sie nutzen dieses Gremium, um zu diskutieren und den Schulalltag zu beeinflussen. Aber Rechte – und das wissen wir Erwachsenen nur zu gut – ziehen auch immer Pflichten nach sich.

Kinderpflichten??? Gibt es so etwas?

Wichtig ist es wohl, das jedes Kind die Rechte der anderen ernst nimmt, ganz nach dem Motto: Behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Eine große Bedeutung hat aber auch Beteiligung: Man muss sich für seine Rechte stark machen und an ihrer Umsetzung mitarbeiten. Beispielsweise haben sich im letzten Jahr Kinder unserer Schule in einem Workshop Gedanken zu unserer Schulhofgestaltung gemacht. Die Landschaftsarchitektin hat dann die Ideen zu einem wunderbaren Entwurf zusammengefasst, der nun nach und nach umgesetzt wird. Es gibt Kinder in der Essenskommission, die uns Erwachsenen ganz offen sagen, was sie an der Mittagessen-Situation stört.

Dabei bleibt es aber nicht. Sie machen auch Verbesserungsvorschläge und die sind richtig toll. Auch unsere KlassensprecherInnen setzen sich in der SchülerInnenkonferenz für die Rechte der Kinder ein, aber es bleibt oft zu wenig Zeit, um alle zu hören und alles zu besprechen.

Wir als PädagogInnen überlegen daher schon seit längerem, wie wir die Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder an unserer Schule verbessern können. Manchmal erscheinen uns die Hürden, wie beispielsweise die Zeit oder Bürokratie, unüberwindbar. Aber heißt das man gibt gleich auf?

Wir feiern im November 30 Jahre Kinderrechte und wenn man zurückschaut, sind wir doch auf einem guten Weg.

Für uns heißt das, lieber kleine Schritte und vorwärts kommen, anstatt stehen zu bleiben. So hängen seit diesem Schuljahr die Kinderrechte für alle sichtbar in unserem OGB-Flur und oft halten Kinder und Erwachsene inne und lesen.

Der nächste Schritt sind unsere beiden Kinderbeschwerde-Briefkästen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dort können Kinder ihre Wünsche und Kritik loswerden. Seit zwei Wochen hängen die Kästen und sind gut frequentiert. Wir nehmen die Briefe sehr ernst und wollen uns an die Umsetzung machen. Einiges schaffen wir ohne weiteres, andere Themen werden nicht so leicht zu bearbeiten sein, aber ich weiß schon, wer dafür die richtigen PartnerInnen an unserer Seite sind :o)…

Demnächst sind die Kinder also zur „Ideenschmiede“ eingeladen, wo wir daran tüfteln, die Vorstellungen der Kinder zusammen mit ihnen wahrwerden zu lassen. Schließlich gehört die Schule den Kindern!

Ein Hoch auf 30 Jahre Kinderrechte – es bleibt noch viel zu tun, aber gemeinsam packen wir es an!

Einrichtung/Schule

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