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Jede*r ist systemrelevant

14.07.2020

Ein Bericht von Anett Lein & Katrin Bollenbach.

Dank Corona, wurde nun endlich einer breiten Öffentlichkeit klar: Erzieher*innen sind systemrelevant. Von Heldenprämie wurde gesprochen, es wurde applaudiert. Und so als Erzieher*in? Wie fühlt sich das an?

Ehrlich gesagt, sehr merkwürdig. Ich glaube jede*r von uns weiß, welchen Stellenwert unsere Arbeit in der Entwicklung eines Kindes hat. Wir helfen, Weichen zu stellen, die das gesamte spätere Leben beeinflussen. Uns Menschen vom Fach ist unsere Systemrelevanz völlig klar und sie geht viel weiter, als Politiker*innen das überhaupt erfassen können. Politiker*innen sehen nur die wirtschaftlichen Aspekte. Das zeigt sich darin, wie schnell unser Heldentum verpufft ist. Gelder werden von den Trägern zurückgefordert und von der Heldenprämie sollen dann die freien Träger noch die Hälfte übernehmen…

Was bleibt unterm Strich übrig? Genau, leere Versprechungen. Was wir Erzieher*innen leisten, kann keiner dieser „Fachleute“ erfassen. An Herrn Müller und Frau Scheeres: schauen Sie sich doch mal auf dieser Website um! Sehen Sie, welche Wege die Erzieher*innen gefunden haben, um mit Kindern und Eltern in Kontakt zu bleiben und die Verbindung nicht abreißen zu lassen! Wir waren da, nicht nur in der Notbetreuung, sondern weit darüber hinaus.

Tja, und weil wir wirklich gut in unserem Job sind, wissen wir eins: Jede*r ist systemrelevant! Die Kinder, die Eltern, die Erzieher*innen – jede*r von uns ist einzigartig und relevant! Wer mit Kindern arbeitet weiß, gebrochene Versprechen, vergessen sie nie! Bei uns Erzieher*innen ist das auch so, aber wir wissen, was oder vielmehr wer wirklich wichtig ist: die Kinder! Und diese Erkenntnis hinterlässt einen bittersüßen Nachgeschmack, denn liebe Frau Scheeres, lieber Herr Müller – ohne uns funktioniert das System nicht!

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