Aktivitäten und Events, MitarbeiterInnen-Bereich

Gesprächsführung mit Kindern – eine Frage der Haltung

03.07.2019

Inhouse-Fortbildung Gesprächsführung mit Kindern
4. April 2019
Annett Freudiger und Frances Fuhr

 

Jeder kennt die Situation: Ein Kind möchte einem etwas erzählen. Es ist womöglich aufgebracht und redet sehr schnell, verschluckt Silben oder ganze Wörter, springt vom Stöckchen zum Steinchen. So richtig kommen wir nicht hinterher und aus dem Augenwinkel sehen wir schon wie wir eigentlich an anderer Stelle gebraucht werden.

Gespräche mit Kindern erfordern häufig ein hohes Maß an Geduld. Sie springen in ihren Themen. Sie haben ein anderes Tempo. Ihre Worte passen nicht immer zu dem Inhalt, den sie eigentlich vermitteln wollen. Oder sie brauchen Zeit um die passenden Formulierungen zu finden. Die Gefahr droht, dass die Sätze von Kindern durch Erwachsene vorschnell für sie vervollständigt und zu Ende gedacht werden, im Glauben, dass sie schon wissen was das Kind sagen will. In emotionalen Gesprächen gehen Menschen allgemein häufig in die Falle anderer Menschen Gefühle zu ergänzen, so warmherzig und gut das auch gemeint ist. (Delfos, 2015) Erwachsene können sich in solchen Situationen gut wehren und einfach widersprechen, wenn sein Gegenüber eine falsche Schlussfolgerung gezogen hat. Zwischen Erwachsenen und Kindern besteht jedoch von Natur aus ein Machtgefälle, welches Kinder häufig dazu neigen lässt, die Ergänzungen des Erwachsenen hinzunehmen und nicht in Frage zu stellen. Sie gehen davon aus, dass der Erwachsene es vielleicht besser weiß oder sie trauen sich einfach nicht, weil durch das Ergänzen von Gefühlen oder Beenden von Sätzen dem Kind vermittelt wird, dass der Erwachsene wenig Zeit hat und seine Zeit wichtiger ist als die des Kindes. (Delfos, 2015)

„Die Bescheidenheit eines Erwachsenen ist das beste Mittel, um einem Kind Kräfte zu verleihen.“ (Lucas Quinten, Für das werdende Kind)

Um in Gesprächen mit Kindern, vor allem auch in schwierigen Situationen, eine Atmosphäre zu schaffen, die das Kind ermuntert und ihm den Raum gibt sich zu öffnen, bedarf einiger Rahmenbedingungen und der stetigen Selbstreflektionen von uns PädagogInnen.

Das folgende Handout fasst Kommunikationsbedingungen und Metakommunikative Elemente zusammen und gibt einen ersten Überblick.

Wir empfehlen zu diesem Thema das Buch „Sag mir mal…“ – Gesprächsführung mit Kindern 4-12 Jahren von Martine F. Delfos.

Auch in unserer Fachbibliothek zu finden.

 

Handout zur Fortbildung Gesprächsführung mit Kindern

Fallbeispiele zur Fortbildung Gesprächsführung mit Kindern

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