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Eintauchen in den Ozean der Keramik

12.09.2018

Ein Bericht von Christian Diller

 

Draußen sind es über dreißig Grad im Schatten, die Sommerferien haben begonnen, aber die SchülerInnen von der ProInklusio-Fachschule sollen eine Woche Praktikum absolvieren. Das hört sich nach einer Abkühlung an, die manchmal nicht ganz freiwillig passiert. Eine kleine Gruppe verirrte sich am Montagmorgen auch in die Keramik-Werkstatt. Für sie wurde die vermeintliche Pflicht jedoch zur Kür.

Innerhalb der kühlen Mauern und im Halbschatten lässt sich ein heißer Sommertag aber ganz gut verbringen. Denn das war kein traditionelles Praktikum, sondern ein ganz intensives Eintauchen in die Welt der Keramik. Gebündelt in einer Woche.

Arbeit mit den Händen, spüren des Materials, Verständnis von Form und Stabilität und zum Schluss noch die farbliche Gestaltung.

All das auf der Grundlage der Anwendung dieser Fähigkeiten für die Arbeit mit Kindern. Jeden Tag eine neue Technik, jede Stunde neue Erfahrungen und Gefäße, Tabletts, Figuren, Töpfe, Dosen, Schmuckstücke. Es sollten ganz bewusst viele und sehr unterschiedliche Werke entstehen, denn die Hände müssen das Material kennenlernen. Durch viel Übung entsteht eine Geläufigkeit mit dem Werkstoff, die schlussendlich zulässt das zweite Ziel dieser Woche zu realisieren: das erworbene Wissen und die Erfahrungen an Kinder weitergeben zu können.

Jeden Tag eine neue Technik – das hört sich viel an.

Ist es auch. Aber die Techniken auf wenigen, klaren Schritten – eine einfache aber solide Basis für ganz individuelle Arbeiten. Egal ob ein Gefäß, ein Tier oder eine Dose – die TeilnehmerInnen kennen nun verschiedenste Herangehensweisen und Variationen, wie dies zu realisieren ist und für welches Alter sich welche Methode am besten eignet. Ob aus einer Kugel als Daumenschälchen, zusammengesetzt aus Platten, oder mit Aufbautechnik – wir haben in jeder Technik die unterschiedlichsten Formen und Objekte ausprobiert und hergestellt. So hat die Fantasie bei zukünftigen Projekten einen reichen Schatz an Erfahrungen parat, die nicht nur Ideen, sondern auch die Sicherheit bieten, diese zu verwirklichen. Wie bei einem Instrument, auf dem man schon verschiedenste Stile von Musik gespielt hat, so steht den TeilnehmerInnen eine Vielzahl von Einblicken in unterschiedliche Welten zur Verfügung. So können sie leichter in die vielen Welten eintauchen, die der kindlichen Fantasie entspringen und fördernd und unterstützend zur Seite stehen.

Natürlich bietet eine Woche nur die Möglichkeit erste Grundlagen zu legen. Alles zu lernen ist auch schlicht unmöglich – vielmehr braucht man die Sicherheit alles ausprobieren zu können. Dann kann man gemeinsam mit den Kindern auf die unglaublichsten Entdeckungsreisen gehen und gemeinsam mit ihnen lernen.

So ist es auch in dieser schönen Woche gewesen – auch ich bin noch in vielen Bereichen Lernender, kenne noch nicht alle Variationen und kann manchmal Fragen nur sagen:

„Lass uns gemeinsam schauen, was passiert. Wir probieren es aus!“

Das betrifft besonders das Glasieren. Dem war unser letzter Tag gewidmet. Denn wie eine Glasur nach dem letzten Brand dann wirklich aussieht, das kann man nur mit vielen Tests und akribisch eingehalten Abläufen wirklich vorhersagen.

Mit einer guten Portion Neugier ist das aber nichts negatives, sondern das genaue Gegenteil: mit freudiger Erwartung auf das Unbekannte kamen alle TeilnehmerInnen im Verlauf der nächsten Wochen in die Werkstatt, um in der Galerie der entstandenen Werke die eigenen heraus zu suchen. Und es entstanden wirklich sehr viele Keramiken, die von Gestaltungskraft und Entdeckungsdrang Zeugnis geben.

Es war eine ganz besondere Woche. Ich freue mich bereits sehr auf das nächste Mal.

 

 

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