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Einfach gemacht!

22.11.2021

Ein Bericht von N. Böhm

Um Kindern Anregungen zum Erproben und Entdecken zu ermöglichen, braucht es nur wenige Handgriffe.

In einigen vorangehenden Beiträgen wurde über die Freiarbeit – die vorbereitete Umgebung − berichtet.

Heute möchte ich einen einfachen Trick aufzeigen, mit dem sich im Handumdrehen weiteres der Alltagssituation angepasstes Material für die Kinder gestalten lässt. Der Fantasie der Pädagog*innen und Eltern sind keine Grenzen gesetzt. Probiert es gern aus!


In der Sprachförderung beschäftigen wir uns curricular mit dem Thema „Ich“.

„Ich“ umfasst nicht ausschließlich die Frage „Wer bin ich?“, sondern lässt vor allem all das hervorheben, was „Ich“ situativ wahrnehmen kann und/oder möchte. Das Interesse, die einzelnen Materialien erproben zu wollen, liegt bei jedem Kind selbst.


Diese Woche schulten wir die Beobachtungsmöglichkeit der Kinder.

„Woher kommt das Geräusch?“ (Richtungshören)
„Was fehlt?“ (Merkfähigkeit)
„Was passt?“ (Schatten-/Umrisszuordnung)


Idee: Geräusche lokalisieren

Mit einem Kurzzeitwecker oder einem Smartphone-Alarm können einfache Suchaufträge erfolgen.

„Hörst du das Klingeln? Suche den Wecker im Raum. Wo habe ich ihn versteckt?“

Auf dem Smartphone habe ich den Kuckuck-Alarm ausgewählt und zuvor eine Hörprobe gegeben. Die Kinder sollten das Geräusch hören, um nicht von etwaigen Geräuschen irritiert zu werden.


Idee: Was befindet sich im Schuhkarton?

In einen Schuhkarton lege ich 10 unterschiedliche und den Kindern bekannte Spielmaterialien. Vor Spielbeginn hole ich die Gegenstände einzeln aus dem Karton und benenne diese beim Ablegen.

Gemeinsam mit den Kindern werden alle 10 Dinge wieder in den Karton gelegt. Wertvoll ist es, die Dinge erneut benennen zu lassen. Hilfreich kann eine erneute Benennung durch den Erwachsenen sein.

Das Spiel kann beginnen, jedes Kind sitzt in gleichem Abstand zum Karton. Alle Mitspieler*innen schließen ihre Augen. Einleitend nehme ich einen Gegenstand aus der Box heraus und verstecke diesen hinter meinem Rücken. Mit einem Zaubervers öffnen die Kinder ihre Augen und sehen in den Karton hinein. „Was fehlt?“ oder „Was ist nicht mehr im Karton?“ Fehlende Vokabeln können durch Umschreibungen „hervorgekitzelt“ werden. Je nach Anzahl der Mitspieler*innen können die Kinder die Spielleitung übernehmen.


Idee: Gegenstände umranden und zuordnen

Auf einem Papier/Pappstreifen/Plakat (Angebot für mehrere Kinder? Angebotstablett für ein Kind?) werden Gegenstände umrandet. Es entstehen zunächst nur Umrisse.

Die Gegenstände werden in einem Korb (Aufbewahrung) zusammengestellt. Um den Schwierigkeitsgrad (Anspruch) zu erhöhen, werden weitere Dinge in den Korb gelegt, die nicht auf dem Papier schemenhaft abgebildet wurden.

Die Kinder erhalten den Auftrag: „Kannst du einen Gegenstand finden, der auf das Bild passt?“ In der Gruppenaktivität wird der Korb mit Gegenständen reihum gereicht. So beziehen wir jedes Kind ein.


Idee: Gegenstände einem Umriss zuordenen

Inspiriert durch das vorangehende Zuordnungsspiel entstanden weitere Spielideen. Schrauben, Schlüssel, Muttern, Münzen usw. wurden auf den Kopierer gelegt und vervielfältigt. Die kleinen Dinge wurden in eine kleine Holzbox sortiert, der Ausdruck in eine flache Schale gelegt und schließlich wortlos als Freiarbeit auf dem Tisch (auf einem Deckchen) bereitgestellt.


Tipps:

„Was siehst du?“ oder „Was hörst du?“

Diese Fragestellungen können bereits im Nestchen bzw. mit Kleinkindern erforscht werden. Hierbei ist selbstverständlich die Fragestellung entscheidend!

Mit sehr jungen Kindern ließe sich fragen: „Hörst du das?“ oder „Was ist das?“

Um die Frage für sie verständlich zu formulieren, könnte der Gegenstand benannt werden. „Das ist der Ball.“ oder „Es hat an der Tür geklopft.“ Mit dem Anzeigen der Richtung kann das Kind seine Aufmerksamkeit mit dem Geräusch oder dem Gesehenen abgleichen.


In der vorschulischen Sprachförderung „Ritterfalter“ nutzen wir den Forscherdrang der Kinder. Oft ohne die Vorkenntnis, welche Erfahrungen (Wortkenntnis, Materialerfahrung u.ä.) jedes einzelne Kind bis dato machen konnte, lassen sich zunächst einfache aber kurzweilige Freiarbeiten zusammenstellen.

Um dem Kind einen eigenen Handlungsrahmen zum Erkunden zu ermöglichen, legen wir zunächst ein Tischset (Deckchen) aus. Darauf platzieren wir ein Tablett (*eine Box, eine Kiste oder anderes Behältnis), welche das zu erforschende Material beinhaltet.

Wichtig ist, dass in diesem Setting bereits das enthalten ist, was für diese Tätigkeit benötigt wird. Das Kind kann sich somit direkt diesen Dingen – seiner Aufgabe – widmen. Im Anschluss an die Arbeit lässt sich das Tablett* selbstständig vom Kind aufräumen oder von einem anderem Kind bearbeiten. Auf Wunsch des Kindes hin können wir Erwachsenen unterstützend – nicht eingreifend – verbal Anregungen geben.

Neue Angebotstische könnten in einer Präsentation zunächst wortlos vorgezeigt werden: „Ich zeige dir etwas und du siehst mir zu“. Sprachfördernd zeigen und benennen wir die Dinge oder einzelne Handlungsschritte. Die Kinder beobachten den Ablauf.


Probiert es aus! Viel Spaß wünschen die „Ritterfalter“

 

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