Ein tierisches Jahr an der Jane-Goodall-Grundschule

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Ein Bericht von Christian Diller

An der Jane-Goodall-Grundschule enden alle AGs traditionell Ende Mai. Schließlich läd eine große Außenfläche und das schöne Wetter zum Toben und Spielen ein.

So war auch für die Keramik-AG der ersten und zweiten Klassen an diesem Termin der letzte Tag. Mit einem Ereignis, das auch ganz bildhaft den Übergang des Lebens nach draußen symbolisiert hat: einer Ausstellung der fertigen Werke unter freiem Himmel, mitten auf dem Schulhof.

Unweit des Eingangs zur Schule schnappten wir uns eine Bank und legten sorgfältig die kleinen Kunstwerke aus. Dann spielte ich kurz den Bewacher, während die Kinder ausschwärmten und Ihre Freunde holten, um stolz ihr Können vorzuzeigen. So hatte ich Gelegenheit ein letztes Mal unseren kleinen Zoo zu betrachten – denn das hatten wir im vergangenen Jahr gemacht. Jeden Tag ein Tier, in gerade mal einer Stunde.

Und das war so:


 

Immer montags um drei kamen wir zusammen – acht Kinder aus den ersten und zweiten Klassen und ich. Im Kunstraum der Jane-Goodall-Grundschule musste es zügig voran gehen, schließlich kommen um vier schon die Eltern und holen ihre Kleinen ab. Das klappte jedoch wunderbar: Stühle runter, Ton und Werkzeug holen, den Ton fangen (ich werfe ihn den Kindern immer zu, was großen Spaß bereitet) und loslegen.

 

In den ersten Stunden schufen grundlegende Übungen ein Gefühl für Form und Material. Nicht rein technisch, sondern es sollte etwas entstehen, was man vorzeigen kann, dem man Leben einhauchen kann. Dann sieht man direkt, wofür sich die Anstrengung gelohnt hat und erlebt den besonderen Zauber, der entsteht, wenn man die ersten Züge des fertigen Stückes zu erkennen beginnt. Hier kommen die Tiere ins Spiel – Kinder kennen viele davon, sie wissen wie sie aussehen und können so aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz schöpfen.

 

Was von mir daher gerne als Motiv genutzt wird, entwickelte sich an der Jane-Goodall-Grundschule zum roten Faden der AG.

Nachdem wir schon mehrere Tiere gemacht hatten und das weitere Vorgehen besprachen stimmten die Kinder ab. Jede und Jeder machte Vorschläge, welche Motive wir anfertigen wollten: Es waren fast nur Tiere dabei.

 

Auf diese Weise lernten nicht nur die Kinder, wie man Tiere aus Ton formt. Sondern auch ich. Denn unter den Wünschen waren einige dabei, die auch ich noch nie gemacht hatte. Ein Wal, eine Schildkröte oder einen Dinosaurier. Wir lernten also gemeinsam, die Kinder und ich. Auf diese Weise ergibt sich ein fruchtbares Miteinander, wo mich die Kinder dann auf Sachen hinweisen, die ich vergessen habe, sie sich gegenseitig unterstützen und anleiten können und ihre Fähigkeiten nicht nur künstlerisch-handwerklich, sondern auch sozial entwickeln.

 

Die abschließende Ausstellung am letzten AG-Tag kam als Idee zeitgleich mit der Entscheidung auf, nur noch Tiere zu machen.

Dass sie aber auf dem Schulhof stattfindet, war eine eher Zufall. Durch Mundpropaganda schon Wochen vorher angekündigt, ließ uns das herrliche Wetter überhaupt keine andere Wahl. Bei strahlendem Sonnenschein und fröhlichem Vogelzwitschern setzten wir bunte Tontiere auf die Bank – nein, raus in die Natur, ins Leben. Sie sonnten sich in den blitzenden Blicken der Kinder und Erwachsenen und fanden dann ihren Weg in ein neues Zuhause, wo sie Leben verbreiten und von Kreativität und Arbeitseifer berichten.

Es war ein herzlicher und sehr gelungener Abschied. Wir alle hoffen, dass wir uns nächstes Jahr zu einer neuen Runde wiedersehen werden. Mal sehen, wohin die Reise dann geht.

 


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