Berichte aus einem vergangenen Jahrzehnt: Teil 2 / ProInklusio Praktikumswochen

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Ein Bericht von Christian Diller

Auch 2019 kamen wieder angehende ErzieherInnen aus der Pro Inklusio – Fachschule für Sozialpädagogik in die Keramik-Werkstatt. Nach einem Termin im Frühjahr kamen im Herbst gleich drei weitere Gruppen, um die Welt des Tons kennen zu lernen. So war im Oktober und November Hochbetrieb und die Öfen glühten förmlich, um alles zu brennen.

Das Kursprogramm ist dabei keineswegs festgelegt und immer gleich, sondern richtet sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden. Da alle an Kitas arbeiten, war die erste Hälfte der gemeinsamen Woche dem Kennenlernen des Tons und seiner vielfältigen Möglichkeiten gewidmet.

Analog zum Prozess, den die Kinder durchlaufen würden, traten die Studierenden eine wilde Reise in die Welt der Keramik an. Jeden Tag eine andere Herangehensweise, jeden Tag eine Vielzahl von fertigen Werken: Tiere, die aus einer Kugel, aus einem Zylinder oder einem Ei als Grundform aus Ton erschaffen werden. Das Mischen verschiedenster Tone, um zauberhafte farbige Wirkungen zu erzielen und diesen dann zu Platten auszurollen. Die Tonplatten dann mit Stempeln verzieren und als Untersetzer nutzen, oder sie wieder falten, um kleine Schalen und Vasen daraus zu machen. Ein Gefäß aus Tonrollen aufzubauen und sich einem vorher klar definierten Ergebnis schrittweise nähern und dabei immer die Kontrolle über die angestrebte Form zu behalten. Oder einfach mal zügig den ersten Entwurf umsetzen und so stehen lassen − um dann einige Tage später das Ergebnis in ganz anderem Licht betrachten zu können. Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt.

Natürlich muss aber auch die eigene, persönliche Begeisterung geweckt werden, sollen diese Techniken später selbstständig an Kinder vermittelt werden. Deshalb war der zweite Teil der Woche ganz der Vertiefung in ein großes Projekt gewidmet. Etwas, dass man voller Stolz der eigenen Familie und den Freunden vorzeigen kann. Etwas, wo man von den eigenen Fähigkeiten überrascht wird und eine, im Wortsinne, fassbare Erinnerung an diese Woche in der Keramikwerkstatt hat. Ein großes Werk, dass im besten Fall begleitet über Jahre hinweg, Eingang findet in den Alltag und diesen verschönert und versüßt − Kunst in ihrer reinsten Form.

Darüber mehr Worte zu verlieren, würde dem, was die Studierenden geleistet haben, nicht annähernd gerecht. Lassen wir daher die Fotos sprechen − von den SchöpferInnen und ihren Werken.

Denn auch im neuen Jahrzehnt wird sich die Werkstatt wieder füllen und kleine und große Schätze werden aus ihr hervorgehen. Viele kommen wieder, viele Neue werden die besondere Atmosphäre kennenlernen. Ich freue mich schon sehr darauf.

Hier nun vielfältige Eindrücke in unserer Bildergalerie, die sich mit einem Klick auf ein beliebiges Bild öffnet:

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