Buch-/Filmtipp: Autismusspektrum

26.06.2017

Ein Bericht von Gérard Leitz zum SOCIUS-Fachaustausch der IntegrationserzieherInnen und SchulhelferInnen

SchnitzelWenn man/frau Ende des letzten Jahrtausends auszog, um mit autistischen Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen zu arbeiten, war die Begleitung von Menschen im Autismus-Spektrum ein nahezu unbeschriebenes Kapitel. Informationen, die man/frau nur mühsam recherchieren konnte, fühlten sich an wie aus dem Mittelalter. Zum einen gab es den Klassiker „Geist und Psyche“ von Bruno Bettelheim, der PädagogInnen zumindest ein wissenschaftliches Bild zeigte. Zum anderen gab es „Die wilden Kinder“ von Lucien Malson, das die lange verschollenen Berichte des „Wilden von Aveyron“ beinhaltete, nach denen Franҫois Truffaut seinen Film „Der Wolfsjunge“ drehte.

Rain-Man

 

Ein weiteres filmisches Beispiel war damals der kommerziell erfolgreiche Film „Rainman“, gespielt vom grandiosen Dustin Hoffman, der für diese Leistung einen Oscar gewann. Eine damals recht gute Vorlage, um sich ein – zumindest etwas weniger antiquiertes – Bild zu machen, was die Begleitung eines autistischen Menschen anbelangte. Im Vorfeld zu den Dreharbeiten trafen sich Hoffman und der Drehbuchautor Barry Morrow mit Kim Peek, dem man den Spitznamen „Kimputer“ gab. Mr. Peek lernte bereits mit 16 Monaten lesen, im Alter von 4 Jahren hatte er bereits den Inhalt von 8 Lexikonbänden komplett im Kopf.

Viel mehr Wissen hatte man/frau damals nicht, und auch während der Ausbildung wird – auch heute noch – das Thema nur leicht angeschnitten.


 Da wir heute über sehr viel mehr Wissen zum Thema verfügen und es mehr als eine Handvoll guter Literatur und Materialien gibt, veranstaltete SOCIUS/OPTIMUS für die IntegrationserzieherInnen und SchulhelferInnen einen Fachaustausch unter Leitung von Petra Treuter-Bosch, Annett Freudiger und mir persönlich.

Annett Freudiger eröffnete die Veranstaltung mit einer Vorstellungsrunde, bei der sich die PädagogInnen bei verschiedenen Fragen zuordnen sollten, wie z.B.: Wer ist in der Großstadt oder auf dem Land aufgewachsen?“ bzw. „Wieviel Erfahrung habe ich mit der Thematik Autismus-Spektrum?“ Thematisch relevante Fragen wie: „Wer kann auf Anhieb die öffentliche Verkehrsverbindung zwischen der Brüder-Grimm-Grundschule und der Schule Am Faulen See nennen?“ oder „Wer kann spontan das 13er Einmaleins aufsagen?“ spielten auf die Inselbegabungen von Menschen im Autismus-Spektrum an.

Petra Treuter-Bosch, Leiterin der Villa Comenius (http://www.villa-comenius.de), und ich gaben bei dieser Veranstaltung zu Beginn einige allgemeine und wichtige Informationen. Das Hauptaugenmerk legten wir auf praxisnahe Beispiele aus unserer jahrzehntelangen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Menschen im Autismus-Spektrum. Unser gemeinsames Fazit war, dass man jeden Menschen mit Autismus-Spektrum als Individuum behandelt, denn jeder Mensch ist anders. Man muss auf die kleinen Zeichen achten, die uns zeigen, dass wir einen Zugang geschafft/bekommen haben in diese sehr eigene Welt dieser Menschen.

ComeniusDer Villa Comenius e.V. ist Kooperationspartner der Comenius-Schule und des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin und betreut Schulkinder im Rahmen der offenen Ganztagsschule (OGS) und der verlässlichen Halbtagsgrundschule (VHG). Sie befindet sich im so genannten „Blisse-Stift“, einem geräumigen 4-stöckigen Gebäude mit großem Garten, das am Rande des Volksparks Wilmersdorf liegt. Dort werden die Schulkinder der Comenius-Schule in neun altersgemischten Gruppen betreut.

BeschriftenDieser Standort für die Nachmittagsbetreuung wurde gewählt, um den besonderen Förderschwerpunkten der Schule, „Autismus“ und „Lernen“, gerecht zu werden. Mehr Platz für die Kinder, Rückzugsmöglichkeiten und ein großer Garten gehören dazu, sowie die im Keller und Dachgeschoss befindlichen Bewegungs- und Ruheräume samt Malatelier, Holzwerkstatt und Töpferwerkstatt.

 

Solltet Ihr Interesse haben, in dieser einzigartigen Einrichtung zu hospitieren, kann ich gerne den Kontakt herstellen.


Damit Ihr nicht alle Euch vorgestellten Materialien selbst recherchieren müsst, erleichtern wir Euch die Suche, indem wir hier im Fachjournal einige Titel zur Anregung veröffentlichen, die wir zum Teil natürlich auch in unserer Fachbibliothek haben.

Zu Beginn vorgestellt haben wir natürlich die Kurzanleitung zur inklusiven Begleitung.

tony-attwoodWer dieses Buch von Tony Attwood gelesen hat, kennt sich bestens mit dem Asperger-Syndrom aus. Es ist anschaulich, Mr. Attwood wiederholt das Gelesene und fasst es nochmal zusammen. Ich kann es selbst nur wärmstens empfehlen.

Loris

„Loris ist dreitausendzweihundertundsiebenundneunzig Tage alt.“ Noch Fragen? Nein, Scherz beiseite. Mit diesem sehr schön illustrierten Kinderbuch („Ich bin Loris“ von Barbara Tschirren, Verlag Kids in balance) kann man anhand der Geschichte und den Bildern Autismus sehr gut erklären. Schön, dass es so etwas gibt!

AugenWie wir bei unserem Fachaustausch im September erwähnten, muss nicht der Autist sich an unsere Welt gewöhnen, sondern wir müssen uns an seine Welt gewöhnen. In diesem erstaunlichen Buch lädt uns ein japanischer Junge ein, einen lohnenswerten Blick in seine ganz eigene und fremde Welt zu werfen.

 

Ganz verschiedenEin absolut zu empfehlendes Buch für alle, die im pädagogischen oder sozialen Bereich arbeiten. Die meisten Spiele sind ohne große Vorbereitung oder viel Material einsetzbar. Diejenigen, die ich bisher in meinem Arbeitsbereich benutzt habe, waren ein voller Erfolg. Prima und ganz wichtig für die Spielenden sind auch die Reflexionsfragen, die auch schon junge Spielteilnehmer zu neuen Einsichten bringen. Ein wirklich lohnendes Buch! „Ganz verschieden und doch ein Team“, Verlag an der Ruhr

Buntschatten

Bei unserem Fachaustausch gab es diesen Buchtipp von Seiten Hans Seifert: „Das Leben im Autismus ist eine miserable Vorbereitung für das Leben in einer Welt ohne Autismus. Die Höflichkeit hat viele Näpfchen aufgestellt, in die man treten kann. Autisten sind Meister darin, keines auszulassen.“ – Axel BraunsWie aus dem „Dummbart“ ein „Schlauberger“, aus dem Sprachlosen ein Dichter wird, wie ein „Gefühlstauber“ den Autismus durchbricht: Axel Brauns Erinnerungen geben einen erstaunlichen Einblick in eine andersartige Welt. Faszinierend, aufregend, verstörend.

 

155 Rituale

Wichtig in der Arbeit mit Menschen im Autismus-Spektrum ist ein ritualisierter Ganztag. Mit Hilfe verschiedener Anregungen wie Reimen, Spielen, Bewegungsangeboten und Basteleien lassen sich in der Schule nicht nur Einstiege in den Unterricht, Übergänge und Aufräumphasen, sondern auch Regenpausen und kleine Motivationsphasen zwischendurch kurzweilig gestalten. Ohne große Vorbereitung fördert Ihr so jeden Tag durch abwechslungsreiche Rituale die Aufmerksamkeit, Konzentration und Kreativität Eurer Schüler. Zusätzlich liefert Euch die Ideensammlung „155 Rituale und Phasenübergänge“ vom Verlag an der Ruhr organisatorische Tipps, z.B. für die Erarbeitung von Klassenregeln oder eine reibungslose Gruppeneinteilung, was dieses Buch zu einer wertvollen Organisationshilfe für uns PädagogInnen macht. Geeignet für BerufseinsteigerInnen, aber auch für „alte Hasen“.

ErbsenMenschen im Autismus-Spektrum haben in der Regel eine Affinität zur Mathematik oder entwickeln diese im Laufe ihrer Kindheit. Bücher, die Mathematik spielerisch thematisieren, sind daher für Euch besonders relevant. Wie immer sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, und es gibt viele schöne Spiele, die mit Zahlen und Rechnen zu tun haben. Zwei Beispiele: „Mit Erbsen und Zahnstochern zur Mathematik“ von Martin Auer, Beltz-Verlag, und „Mathe-Kings“ von Nancy Hoenisch, Verlag Das Netz.


TriominoHier noch ein paar Beispiele zu Spielmöglichkeiten:

 

egg-carton-mancala

Teure Spiele wie Mancala kann man oft mit einfachen Mitteln auch selbst herstellen.


Katrin Kerner, Bereichsleiterin der Eingliederungshilfen des Trägers Einhorn gGmbH und Dozentin bei Procedo, hat auch drei sehr interessante Tipps für Euch (alle aus dem Verlag Borgmann Media):

SoKo-AutismusDas Buch „Soko Autismus“ enthält neue Materialien zur Förderung der sozialen Kompetenzen in der Förderung von Menschen mit Autismus. Der Leser findet praxiserprobte Anregungen, die so anschaulich dargestellt sind, dass sie direkt umgesetzt werden können.

 

TEACCH AutismusNach einem kurzen Kapitel zu der Geschichte und den Grundlagen von TEACCH erläutert Anne Häußler in ihrem Buch „Der TEACCH Ansatz“ noch einmal die kognitiven Besonderheiten von Menschen mit Autismus und benennt die daraus resultierenden Erschwernisse beim Lernen und Konsequenzen für die pädagogische Förderung. In den darauf folgenden Kapiteln geht es dann um den TEACCH-Ansatz an sich, um Strukturierung und Visualisierung in der Förderung. Es werden konkrete Hilfen und Anregungen gegeben. Zur Veranschaulichung dient außerdem ein konkretes Fallbeispiel.

 

 

Dose Arbeitsmappe

Wer mit autistischen und wahrnehmungsgestörten Kindern arbeitet so wie wir, findet in dem Buch „Von der Dose bis zur Arbeitsmappe“ von Heike Salzbacher eine Fülle von Ideen, Beispielen und Anregungen. Es sind ganz klare Bastel- bzw. Bauanleitungen für alle erdenklichen Mappen, Dosen oder Sortiereinheiten … alles, was das Herz begehrt. Wer hier nicht fündig wird, ist selber schuld. Ein Buch, das alle PädagogInnen im Haus haben und nutzen sollte.

TEACCH (Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children) bedeutet: Therapie und pädagogische Förderung für autistische und in ähnlicher Weise kommunikationsgestörte Kinder und Erwachsene.


FragenAuch Bücher zur Arbeit mit den Familien von Menschen im Autismus-Spektrum sind wichtig. Vom BeraterInnen-Team gibt es die „Hinweise Zu Familiengesprächen“, die Ihr gerne von uns als PDF anfragen könnt. Wichtig bei Gesprächen mit den Kindern und deren Familien sind natürlich auch die richtigen Fragetechniken. Das Buch von Carmen Kindl-Beilfuß „Fragen können wie Küsse schmecken“, Verlag Carl-Auer, z.B. gibt wertvolle Impulse für den eigenen Umgang mit Fragen und sei Euch ans Herz gelegt! Zum Buch gibt es auch 111 interessante, aber vor allem systemische Fragekarten, die man zur Vorbereitung von Gesprächen nehmen kann. Bei Familiengesprächen könnte die Frage „Stellen Sie sich vor, man schenkt Ihnen eine Zeitreise. In welcher Epoche würden Sie aussteigen? Was möchten Sie dort erleben?“ einen interessanten Verlauf in Gang bringen.

ElternarbeitProfessionelle Familienarbeit gilt längst als unverzichtbarer Bestandteil der pädagogischen Arbeit, findet aber nur in geringem Umfang in der Ausbildung von LehrerInnen und ErzieherInnen statt. Hans Dusolt hat es sich mit seinem Buch „Elternarbeit als Erziehungspartnerschaft“, erschienen im Beltz-Verlag, zur Aufgabe gemacht, dieses Defizit mit seinem Leitfaden auszugleichen. Neben der Darstellung unterschiedlicher Formen der Arbeit mit Familien in Kita und Grundschule gibt er wertvolle Anregungen, Hinweise und Tipps aus seiner eigenen pädagogischen Arbeit, die es pädagogischen Fachkräften erleichtern soll, die Arbeit mit Familien kompetent und effektiv zu gestalten. Besondere Berücksichtigung findet die Arbeit mit Familien „auffälliger“ Kinder, sozial benachteiligten Familien und Familien mit Migrationshintergrund. Ein übersichtlicher, praxiserprobter Leitfaden!

 

 

Alle mittendrin

Alle mittendrin! Aber wie kann man diesem Ziel der Inklusion wirklich gerecht werden? Für den Start von Inklusion hat der mittendrin e.V. Erfolgsmodelle und -methoden des Gemeinsamen Unterrichtes (GU) benutzt. Diese Praxisbeispiele helfen, Bilder im Kopf zu gewinnen für die Umsetzung von Inklusion im Ganztag/Unterricht, für gutes kollegiales Miteinander. Und auch für die Gestaltung eines positiven und gemeinschaftlichen Veränderungsprozesses. („Alle mittendrin! Inklusion in der Grundschule“, Herausgeber Mittendrin e.V., Verlag an der Ruhr)


Wie zu Beginn berichtet, gibt es auch andere Beispiele, sich dem Thema anzunehmen. „Rainman“ und „Der Wolfsjunge“ haben wir oben schon erwähnt. Wir möchten Euch an dieser Stelle auch noch ein paar weitere Filme und Serien vorstellen.

 

Gerade ganz aktuell ist der liebenswert gemachte Dokumentarfilm „Life, animated (Leben animiert)“;  er ist seit dem 22.06.2017 im Kino zu sehen. Im Alter von drei Jahren zeigt Owen Anzeichen von Autismus und die Familie findet keinen Weg mehr, mit dem Kind zu kommunizieren. Bis sie herausfinden, wie die Eltern über Disney-Charaktere wieder in Kontakt mit dem Kind treten können. Der Film zeigt das ungewöhnliche Leben dieses jungen Mannes, der es mit der richtigen Unterstützung geschafft hat, ein relativ „normales“ Leben zu führen. Als Owen älter wurde, musste er zwar lernen, dass das Leben oft komplexer ist, als von Disney illustriert, doch steht er nun endlich vor dem großen Schritt in ein neues, eigenes Leben und wird zu einem scheinbar unabhängigen Erwachsenen.

Für Liebhaber von Animationsfilmen natürlich auch ein besonderer Leckerbissen. Hier geht’s zum Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=k3B1Az2x4AI
„Extrem laut und unglaublich nah“ brilliert nicht nur durch das gut geschriebene Drehbuch. Die Umsetzung ist absolut gelungen und spannend. die Besetzung durch Thomas Horn, Tom Hanks, Sandra Bullock und Schauspielergrößen wie Max von Sydow und John Goodman ist große Klasse. Der Regisseur Stephen Daldry, allen bekannt durch seinen Film Billy Elliott, hat es wieder einmal geschafft, eine Geschichte glaubwürdig und mitreißend zu erzählen. Nach dem Film hat man das Gefühl, zu verstehen, wie ein Kind mit Asperger denkt, fühlt und mit ungewöhnlichen Situationen umgeht. Atemberaubend und für Hartgesottene.  http://www.filmstarts.de/kritiken/179838/trailer/19263969.html

 

Jetzt kommen wir zu einem Glanzlicht der Animationskunst. Mary und Max (Schrumpfen Schafe, wenn es regnet), ist ein Film voller skurriler Ideen, Anekdoten, Allegorien und Zärtlichkeiten. Die bei ihrer kleptomanischen und alkoholsüchtigen Mutter in Australien lebende 12jährige Mary hat nur einen einzigen Freund, ihren Hahn „Ethel“. Ihr Großvater erzählte ihr, dass Babys auf den Böden von Biergläsern gefunden würden. Neugierig, wie Babys in Amerika geboren werden, entschließt sie sich, einen Amerikaner zu fragen. Durch Zufall wählt sie einen Namen aus einem Telefonbuch: Max Jerry Horowitz.

Wie Max auf diesen ungewöhnlichen Brief antwortet und wie sich die Brieffreundschaft zwischen einem älteren Herrn mit Asperger und einer pickeligen Teenagerin entwickelt, ist auf sehr amüsante, aber auch düstere Art und Weise erzählt. Unbedingt im Original anschauen, denn die Stimmen werden von Toni Collette und Philip Seymour Hoffman gesprochen. Und hier wieder ein Trailer zum Reinschauen: https://www.youtube.com/watch?v=M2ptAoRrkqo

das-pferd-auf-dem-balkon

„Das Pferd auf dem Balkon“ – Eine Geschichte über Freundschaft, Fantasie und den Mut, auch mal in verrückten und ungewohnten Bahnen zu denken: http://www.daspferdaufdembalkon.com

„Snowcake – Der Geschmack von Schnee“: Sigourney Weaver in einer herausragenden Rolle als autistische Mutter. Absolut sehenswert, bewegend und einfühlsam. Den Trailer kann man hier anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=XLlV_7i2doo

„F 84.5 – Leben mit Asperger-Syndrom“: Die Diagnose Asperger-Syndrom wird in den letzten Jahren gehäuft gestellt und ist somit, nicht nur vor dem Hintergrund der medienpräsenten Inklusions-Debatte, ein hoch aktuelles Thema. Hier der Link zum Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=WrTkaZLIJf0

„Adam“: Der Vater des jungen Erwachsenen Adam stirbt und Adam ist von nun an auf sich selbst gestellt. Ein Blockbuster aus Hollywood mit allem, was das Herz begehrt. Liebe, Schmerz und viele Streicher. Trotzdem schön! Hier gibt es den Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=gFZPcwXNDyM

the bigbangtheory

„The Big Bang Theory“: Eigentlich sind alle Persönlichkeiten in dieser fantastisch recherchierten TV-Serie etwas kauzig. Aber Sheldon ist, mit seinen Eigenarten, ein liebenswerter Freund mit Asperger.

„Greys Anatomy“: In der 5. Staffel gibt es eine Ärztin mit Asperger. Dr. Virginia Dixon kommt in der Folge „Geister“ als Gastchirurgin für eine Piggy-Bag-Transplantation und in der Folge „Soloflug“ ans SGH. Sie hat das Asperger-Syndrom und hat somit Probleme mit sozialen Interaktionen. Sie mag das Herz, weil es regelmäßig und berechenbar ist und kommt deswegen auch in der Folge nicht damit klar, dass das „kaputte“ Herz ihres Patientens während der OP plötzlich wieder anfängt zu schlagen.

„The bridge“: In dieser Serie spielt Diane Kruger die Polizistin Sonya Cross, die das Asperger-Syndrom hat. Im Beruf kann sie dadurch Zusammenhänge erkennen, die sich anderen nicht erschließen, allerdings sind ihre sozialen Kompetenzen extrem eingeschränkt.


Matt savage

 

Auch Musik von autistischen MusikerInnen ist gar nicht so unbekannt. Wer kennt nicht Susan Boyle, Britain’s got talent? Oder kennt Ihr Matt Savage, den Mozart des Jazz, der inzwischen schon 6 CDs aufgenommen hat? So präzise wie er spielen nur wenige das Piano! Die zwei „Musikcomputer“ Derek Paravicini und Leslie Lemke begeistern ebenso mit ihrer Inselbegabung wie der Elektro-Pop-Sänger Elliot John Gleave, besser bekannt als Example, der auch schon eine Brit-Award-Nominierung bekam. Hier der Link zu seinem Hit „Changed the way you kissed me“: https://www.youtube.com/watch?v=CLXt3yh2g0s und zu seinem Promo-Video, gedreht in den Ruinen von Tschernobyl: https://www.youtube.com/watch?v=AN2o3v_mBns

Weitere berühmte Persönlichkeiten im Autismus-Spektrum:
Daryl Hannah, amerikanische Schauspielerin, bekannt aus Kill Bill von Quentin Tarantino. Der Schauspieler Daniel Edward, am besten bekannt aus dem Kinderklassiker Ghostbusters. Courtney Love, die Ex-Geliebte von Nirvana-Frontmann Kurt Cobain, die ihre sozialen Kompetenzen angeblich in der Gay Szene gelernt hat. Michelangelo, Albert Einstein, Wolfgang Amadeus Mozart, Stanley Kubrick oder gar der dritte Präsident der Vereinigten Staaten, gelten als Menschen im Autismus-Spektrum. Mit der richtigen Förderung und der richtigen Begleitung haben sie sich trotz oder gerade wegen ihrer Besonderheiten zu ganz besonderen Persönlichkeiten entwickelt.


Wir hoffen, wir konnten Euch einige Anregungen geben, freuen uns aber trotzdem über einen weiteren Austausch und Materialien Eurerseits!


FuchskindZu guter Letzt noch ein Link zu einer Comicseite. Daniela Schreiter ist eine Comic-Zeichnerin mit Asperger, sie veröffentlicht ihre Arbeiten unter dem Pseudonym Fuchskind. Als sie anfing, Comics zu zeichnen, entwickelte sie die Figur des kleinen Fuchskindes, das niemals müde wird, seinen Vater mit allen möglichen Fragen aus der Wissenschaft zu löchern. Ein Maskottchen war geboren und ist seitdem fester Bestandteil der Homepage. Ihr Comicbuch „Schattenspringer – Wie es ist anders zu sein“ (im Panini-Verlag erschienen, kann käuflich erworben werden beim Kwimbi Webcomicshop. Hier der Link zur Fuchskind-Webseite: http://www.fuchskind.de/?nav=home

Vielen Dank an alle KollegInnen, die beim Fachaustausch dabei waren.


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